Bei unserer Social Night Right zum Thema Snapchat wurden wir gefragt, wie man Snapchat in der Politik einsetzen könnte. Neben den bereits bekannten Beispielen von Hillary Clinton, Bernie Sanders und auch der CSU, fand am 23./24. Juni ein brandaktuelles Thema auf Snapchat prominent statt: der #Brexit.

Passend zum Wahltag am 23. Juni lief in der Discover Sektion eine eigene Story zum Referendum. Hier wurden sowohl im Vorfeld aufbereitete Inhalte gezeigt, als auch ausgewählte Snaps von Usern aus UK.

Die bereits vorbereiteten Inhalte haben dabei mehrere Facetten des Referendums abgedeckt; so gab es Infos zu den Gründen der Befürworter und der Gegner der EU-Mitgliedschaft, David Cameron kam ebenfalls in mehreren Snaps zu Wort und hatte passend dazu seinen eigenen Filter. Dadurch bekam die Geschichte auch den offiziellen und seriösen Anstrich, den das Thema verdient hat.

Parallel dazu haben die Snaps der User einen Eindruck davon vermittelt, welche persönlichen Gründe es für jeden einzelnen Briten gab, für oder gegen den Brexit zu stimmen. Aufgrund des durchschnittlichen Alters der User waren hier primär jüngere Stimmen zu hören, doch auch hier waren kritische Stimmen zu hören, die für den Austritt gestimmt haben.

Inhaltlich hört die Story auch nicht mit der Wahl auf; auch heute noch kommen neue, kuratierte und extra produzierte Inhalte in die Story, die die Entwicklungen des heutigen Tages mitkommentieren. So gab es auch Snaps live von der Downing Street 10, als David Cameron seinen Rücktritt verkündet hat. So nah und so echt kann man selten am tagesaktuellen Geschehen teilnehmen.

Die #Brexit-Story auf Snapchat zeigt sehr gut, wie Snapchat mit Politik funktionieren kann. Natürlich wird nicht jede Kampagne und jede Wahl so prominent auf Snapchat platziert werden können. Trotzdem zeigt sich hier das Potential von Snapchat, in Echtzeit emotionale Geschichten zu erzählen; sogar bei politischen Themen. Außerdem sieht man schon die Ansätze, welche Richtung politische Organisationen und Parteien auf Snapchat einschlagen können.

Snapchat bietet eine direkte Verbindung zur jungen Zielgruppe, für die Parteiprogramme und Veranstaltungen keine wirkliche Option sind, wenn es um politische Bildung geht. Zum anderen muss man sich, gerade als Partei, auf Snapchat sehr genau überlegen, wie man die eigenen Themen auf 10-Sekunden-Videos und kurze Fotos runterbrechen kann. Verklausulierte Schachtelsätze und minutenlange Monologe sind nicht die Art von Kommunikation, mit der man auf Snapchat weit kommt. Von diesem Zwang zur Verständlichkeit und Einfachheit können politische Inhalte nur profitieren.

Es wird spannend zu sehen sein, welche Rolle Snapchat in Deutschland bei der Bundestagswahl 2017 spielen wird.

Wer bis dahin nichts zu tun hat, kann sich noch mal unsere Social Night Right zum Thema Snapchat & Recht ansehen.