Schluss mit dem Inselbewohner-Dasein und rein in das digitale Ökosystem

Begonnen hat die Aktivität der Unternehmen im Netz mit eigenen Firmen-Webseiten. Die hat mittlerweile jeder und die digitale Landschaft ist schneller gewachsen und hat sich stärker verändert als eine natürliche Umgebung es jemals in der Lage wäre. Klar haben sich viele große Unternehmen den Bedingungen angepasst, kennen den Nutzen von Corporate Blogs und sind in Social Media anzutreffen - aber das Wissen, dass die Zeiten, in denen Webanwendungen für sich stehen und nur von festen Standorten aufgerufen werden, vorbei sind, muss sich noch durchsetzen. Das Web ist mobil mit 1,2 Milliarden Nutzern weltweit, die über mobile Browser online gehen und Dienste nicht fragmentarisch nutzen. Die Nutzungsbereiche überlappen sich. Unternehmen müssen deshalb schalten und ihre Präsenzen im Web verknüpfen um Brücken zu bauen zwischen diesen „Webinseln“ und ein digitales Ökosystem schaffen.

David Armano weist auf fünf Wege hin, wie es gelingt, die digitalen Inseln zu überwinden und ein ineinander greifendes digitales Ökosystem zu erreichen.

Wo, Wie, Warum Social Media?

Während der Anspruch an Unternehmen, das digitale Ökosystem in Gänze zu realisieren, hoch ist und vermutlich seine Zeit brauchen wird, entwachsen sie zumindest langsam der Experimentierphase und integrieren Social Media immer tiefer in die eigene Organisation. Mutige Marken liegen vorne. Einen Überblick über die aktuelle Situation liefert das Social Media Benchmark. Anhand der Infografik wird deutlich, warum Marken Social Media einsetzen, welche Netzwerke sie hierfür verwenden und wie sie den eigenen Erfolg einschätzen.

Gewinnspiel-Guide für Facebook

Mit Käse lockt man Mäuse und auf Facebook sollen Gewinnspiele neue Fans anziehen. Was das Verschenken und Verlosen über das Netzwerk angeht, hat Facebook ganz klare Promotion Guidelines. Trotzdem geschieht es immer wieder, dass Seiten gesperrt werden, weil sie sich nicht an die Regel gehalten haben. Ob aus Unwissenheit über die Richtlinien oder weil die Guidelines nicht verständlich genug waren... Nach dem Lesen dieses Guides dürften Ungereimtheiten beseitigt sein und das nächste Gewinnspiel regelkonform ablaufen. Die Do’s and Dont’s in Kürze aufgeführt von Meike Gerlitschka auf social-mediablog.de.

Facebook, die Werbetreibenden und der WANT Button

Daumen hoch! Aber was bedeutet der Like Button eigentlich? Die Meinungen gehen auseinander, was Facebook Nutzer wirklich dazu motiviert, auf "Gefällt mir"zu klicken. Neue Untersuchungen haben jetzt herausgefunden, dass die Liste der Likes wie eine Loyalitätkarte der Nutzer zu lesen ist und über welche Marken, Musiker, Deals etc. sie auf dem Laufenden gehalten werde wollen.

Marketers Freund dürfte der „Want“ Button werden, der scheinbar in den Startlöchern steht und deutlich macht, ob etwas nur gefällt oder der Nutzer es auch will.

Damit dürfte der Entscheidung der Werbetreibenden auch neues Futter geliefert werden in der Frage, ob Werbung über Facebook ihr Geld wert ist. Denn einer Umfrage von Ad Age und Citigroup nach sind sie sich nicht sicher. Fast 90 Prozent sagen, dass sie auf ihren Seiten neuen Content spielen ohne dabei Werbung zu verwenden. Der Mangel an Daten, Kundensupport und erfolgreichem ROI werden als Hauptgründe aufgeführt.

Wohin des Weges Twitter?

Twitter hat neue Zukunftspläne und damit verbunden einen Strategiewechsel eingeleitet. Das Ende der Zusammenarbeit mit LinkedIn verdeutlicht das. Twitter möchte seine Nutzer künftig stärker an die eigenen Clients und Applikationen binden

Für Gigaom liegt es auf der Hand, dass der Microbloggingdienst sein Netzwerk stärker kontrollieren möchte um leichter Geld verdienen zu können und warnst deshalb:

Careful, Twitter — remember what happened to MySpace and Digg

Auch die Süddeutsche äußert Bedenken, dass der Richtungswechsel den ursprünglichen Charakter von Twitter als minimalistischer, fast schon puristischer Aggregator individueller Nachrichtenquellen verändern wird und die egalitäre Sichtbarkeit der Nutzer in Gefahr ist.

Farbenfroher mit leicht hypnotischer Wirkung kommt die Visualisierung von #Euro2012 durch Twitter daher. Nach Spieltagen wurde der Umfang der Tweets zu den teilnehmenden Ländern erhoben und diese einzeln im Vergleich mit dem Gegner dargestellt.

Twitter #Euro2012

Let love rule!

Man mag es kaum glauben. Es gibt sie noch, die Leute von vorgestern. In einem Zeitalter von Stammzellenforschung, digitaler Revolution, Globalisierung, diplomatischen Höchstleistungen in der Politik etc. scheint es immer noch Menschen zu geben, die das Prinzip von Toleranz und Menschlichkeit im 21. Jahrhundert nicht begriffen haben. So könnte man meinen, wenn man sich anschaut, für was für einen Wirbel derzeit ein Foto des Keks-Herstellers Oreo sorgt, das eben gegen Diskriminierung und für Toleranz und Offenheit gegenüber Schwulen steht. Das Foto auf der Oreo Fan Page zeigt einen Oreo Keks nicht mit der typischen weißen Cremefüllung, sondern die einzelnen Schichten in den Regenbogenfarben. Darüber ein Statement: Proudly support love! Und: Pride! Am 25. Juni 2012.

 

Die Idee für dieses Foto ist entstanden nachdem die Gay Pride Events in New York und anderen Metropolen erfolgreich von tausenden von Menschen besucht wurden. Umso trauriger ist es, dass von einigen Usern aufgrund der Kampagne zum Boykott der Oreo Kekse aufgerufen wurde. Dazu äußert sich Desean Washington:

This is absolutely disgusting. Your attempt to 'normalize' the behaviour of homosexuals has cost you a customer.

Zum Glück ist der Hauptteil der Kommentare positiv. So hat die Kampagne dem Unternehmen auch mehr genützt als geschadet. Laut den Facebook Insights vom 27. Juni hat sich das Fan-Wachstum durch das Posting innerhalb von zwei Tagen auf 50k verdoppelt.

Oreo Likes nahmen um 343%, Kommentare um 495% und Shares um unglaubliche 4929% zu. Oreo ist damit – und war es auch schon vorher – eines der erfolgreichsten Unternehmen, die auf Facebook vertreten sind.

Ein neuer Onlineservice: Plentypins

Es war einmal vor langer Zeit, da nahm man ein ca. 30x40cm großes Korkbrett, nagelte es an die Wand und nutzte es zum Pinnen von Notizzetteln. Das war praktisch, aber nicht sehr ästhetisch. Mit den fortgeschrittenen Onlineservices wie z.B. Conceptboard  oder Share Square hat sich die Pinnwand ins Netz verlagert. Zu den Vorteilen gehören eine Vereinfachung der Arbeitsorganisation für Teams und Projekte.

Ein Trio aus Kassel hat jetzt die Beta Phase von Plentypins, einem weiteren Onlinedienst zur Alltagsorganisation gestartet. Dieser ist jedoch eher für Nutzer gedacht, die emotionale Anknüpfungspunkte zu analogen Nutzungsmustern schätzen und sich erst nach und nach an die Möglichkeiten des Internets als Organisationswerkzeug für den Alltag gewöhnen. Die Anmeldung ist kostenlos und die Gestaltung des Services der analogen Pinnwand nachempfunden.

Als Nachteil der Seite wird kritisiert, dass sich User erst registrieren müssen, um sich mit dem Tool beschäftigen zu können. Es gibt außerdem keine Registrierungsoption über Facebook, Twitter oder Google. Ob es problematisch ist, dass als Anwendungssprache nur Englisch existiert, bleibt dahingestellt.

Abschließend lässt sich festhalten, dass auch wenn die Features nicht neu sind, so wird doch der eine oder andere wehmütige User vorsichtig an den Umgang mit Organisationsmöglichkeiten im Internet herangeführt.