Es war nun schon länger klar, diverse Blogs hatten darüber berichtet, nun ist es offiziell und erste detailliertere Informationen liegen vor: Twitter hat heute angekündigt, (s)ein neues Profil-Design für Desktop über die kommenden Wochen hin nach und nach auszurollen. Admins werden dann über eine Meldung die Möglichkeit haben, die Umstellung aktiv zu bestätigen.

Aufgeräumter und dabei dennoch auffälliger sollen in Zukunft vor allem größere Bilder und Tweets mit Medien im Fokus stehen. Zudem soll es eine Reihe an neuen Funktionen geben, die es beispielsweise ermöglichen Tweets zu sortieren. Visueller Content wird noch wichtiger als schon zuvor, der Profilhintergrund fällt weg, dafür rückt ein großes Headerbild in den Fokus.

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Grundsätzlich lässt sich festhalten: Optisch und strukturell stellt das neue Layout zunächst einmal eine sehr offensichtliche Annäherung an das Look-and-feel anderer, klassischer sozialer Netzwerke wie etwa Facebook oder Google+ dar – der erweiterte Funktionsumfang unterstreicht diese Tendenz. Interessant ist die Umstellung im ersten Schritt vor allem für Marken und Admins, denn sie müssen sich mit den neuen Gegebenheiten auseinandersetzen und Profile Skins und Content nun darauf optimieren. Zudem sind ihnen auch neue Möglichkeiten in der Aussendarstellung geboten. Der End-User als solcher wird davon zunächst aber nicht so viel mitbekommen: Zum einen geschieht der Konsum von Tweets, analog zu Facebook, bekanntermaßen in allererster Linie über den Newsfeed (vs. aktive Profilbesuche durch Nutzer, die vergleichbar selten sind, wie auch Facebook Page Besuche). Zum anderen ist die Umstellung zunächst auf Desktop beschränkt, was im vorrangig mobilen Zeitalter viele aussen vor lassen wird... Weitaus endnutzerorientiert und -relevanter erscheinen hier wiederum die zuletzt vorgestellten kommenden Funktionen, mittels derer etwa bis zu 10 Leute in einem Twitter-Bild getaggt sowie bis zu vier Bilder umfassende Twitter Bildergalerien ausgespielt werden können.

Im Folgenden haben wir die wesentlichen Veränderungen Punkt für Punkt zusammengefasst:

Header

Prominentestes neues Feature ist ein 1500 x 500 Pixel großes Header-Foto (bisher galten hierfür die Maße: 520 × 260 Pixel), welches den Platz des bisherigen Hintergrundes einnimmt. Dieser wird in Zukunft nicht mehr in der Profilansicht erscheinen.

Auch das Profilfoto wird in Zukunft größer und rückt zudem aus der Mitte auf die linke Seite. Anstatt 73 x 73 Pixel, erscheint es künftig in 200 x 200 Pixel in der Desktop-Profilansicht. Hier empfiehlt Twitter eine Abmessung von 400 x 400 Pixel.

Biografie
Die Bio ist weiterhin 160 Zeichen lang und direkt unter dem Profilbild platziert. Seit welchem Zeitpunkt ein jeweiliger Account besteht, wird künftig gleich unter der Biografie angezeigt. Wie bisher auch, erscheint direkt unter der Bio weiterhin der Link zur Homepage. Dieser kann und sollte ab sofort auch als Link zum Impressum genutzt werden. Denn im Zuge des neuen Profil-Designs werden einer ersten Einschätzung durch Rechtsanwalt Schwenke nach die Impressumsentscheidungen zu Facebook und Google auch auf Twitter übertragen. Wer möchte kann auch unmittelbar in der Bio auf ein Impressum verlinken.

Tabs
Neben der bisherigen Angaben wie Follower, Following und Tweet-Anzahl, werden nun auch Favorisierungen, Fotos und Videos direkt mittig unterhalb des Headers angezeigt. Gleichbedeutend mit einer besseren Sichtbarkeit dieser Elemente. Bislang wurden diese Optionen links oben angezeigt. Favorisierungen werden auch quantitativ sichtbarer und erhalten damit eine neue Gewichtung. Listen hingegen werden unter „More“ angezeigt und verlieren damit an Gewichtung.

Fotos und Videos rücken noch stärker in den Mittelpunkt: So werden künftig die bisherigen sechs Thumbnails auf der linken Seite als eigenständiger Reiter in einem Grid dargestellt.

Timeline
Bisher waren alle Tweets lediglich in chronologischer Reihenfolge in der Timeline zu sehen – ohne die Möglichkeit einen Filter anzuwenden. Das wird sich nun mit einer Reihe an Möglichkeiten zum Ordnen von Content ändern.

Tweets, die das meiste Engagement generieren, sogenannte Best Tweets, werden in Zukunft automatisch vergrößert dargestellt und somit für Profilbesucher einfacher zu finden sein. Dies kann positive, wie auch negative Konsequenzen mit sich bringen. Denn auch Tweets, die negative Reaktionen ausgelöst haben, bleiben somit länger sichtbar.

Ebenso neu ist die Möglichkeit Tweets anzupinnen. Was bisher nur durch eine Bewerbung möglich war, wird nun unabhängig von dieser möglich. Wichtige Tweets, wie etwa Produktlaunches, Informationen oder Gewinnspiele, bekommen so über einen längeren Zeitraum mehr Sichtbarkeit.

In Zukunft wird es zudem möglich sein, Tweets nach diversen Optionen zu filtern: Tweets, Tweets mit Medien (Fotos, Videos) und Tweets mit Antworten. Neben Tweets erscheinen nun auch weitere Aktivitäten in der Timeline, wie beispielsweise neue Accounts, denen ein Profil folgt.

Bei Accounts wie adidas Fussball oder dem von Michelle Obama, ist das neue Design bereits sichtbar.