4 Facebook-Updates, denen wir besondere Aufmerksamkeit schenken

Social Audio, Foto-Layouts, dynamische Anzeigen, Portal Tv - zu viel des Guten? Es ist normal, dass Social-Media-Plattformen ständig neue Möglichkeiten ausprobieren und herumexperimentieren, um ihre Nutzer*innen zufriedenzustellen, und Facebook ist da keine Ausnahme. Es gibt eine Menge neuer Facebook-Updates und Beta-Tests und natürlich haben wir bereits die vier Updates identifiziert, auf die du ein Auge werfen solltest.

Clubhouse-Klon Hotline

Quelle: Facebook

Wie du sicherlich schon mitbekommen hast, arbeitet Facebook an einem Clubhouse-Klon. Nun, Facebooks Team hat bereits einen Prototypen. Er heißt "Hotline" und beinhaltet laut Social Media Today "die Interaktionsfunktionen von Clubhouse mit mehr visuellen und textlichen Tools, einschließlich optionalem Videostreaming für Moderator*innen und Sprecher*innen".

Laut Tech Crunch, das Hotline als "Mashup von Clubhouse und Instagram Live" bezeichnet, hat diese Funktion einen Vorteil gegenüber anderen , da sie eine Aufnahmefunktion beinhaltet, die das Gespräch in MP3- und MP4-Versionen umwandelt. "Creator*innen können diese dann auf andere Netzwerke wie YouTube oder Facebook hochladen, sie zu Kurzform-Inhalten für Apps wie TikTok bearbeiten oder die Audio-Aufnahme in einen Podcast verwandeln". Weiter heißt es, "...zum Start kann jeder kostenlos einer Hotline beitreten und es gibt keine Begrenzung der Zuschauerzahl, was sich aber im Laufe des Experiments ändern könnte."

Dennoch weicht Hotline tatsächlich in vielen Punkten vom mutmaßlichen Vorbild ab. Anstelle großer Diskussionsrunden soll die App eine Art Online-Frage- und Antwortrunde ermöglichen. Facebook zielt damit eigenen Angaben zufolge vornehmlich auf den Einsatz in professionellen Anwendungsbereichen ab.

Aktuell können sich ausschließlich Nutzer*innen in den USA über ihren Twitter-Account auf der Hotline-Website anmelden und als Betatester agieren. Dabei ist die Teilnahme laut Bericht gegenwärtig auf das Eröffnen einer eigenen Sitzung oder das Einreihen in eine Warteschlange beschränkt. Ob und, vor allem wann Facebook die neue Anwendung global verfügbar macht, ist nicht bekannt.

Layouts

Wie wir bereits alle wissen, ist ein übersichtliches, schönes Foto-Layout in Sozialen Netzwerken enorm wichtig - egal ob privat oder geschäftlich. Facebook ist dies bewusst und führt eine neue "Layouts"-Option ein, die eine Reihe von Rahmen und Formaten zur Verfügung stellt, mit denen du deine in der App geposteten Bilder neu gestalten kannst.

Laut einem Sneak Peek, den der Branchenexperte Matt Navarra geteilt hat, können Nutzer*innen eine Vielzahl von lebhaften Vorlagen und Layouts für ihre Profile erwarten. Dieses Update ist technisch gesehen eine Erweiterung der visuellen Funktionen, die bereits im Jahr 2019 eingeführt wurden. Dennoch sehen sie neu, kreativ und lustig aus - wir sind schon sehr gespannt, wie sie auf der Timeline aussehen werden.

Portal TV

Dieses Szenario vom letzten Frühjahr kennst du wahrscheinlich: Von einem Tag auf den anderen hat sich der Esstisch zum Schreibtisch verwandelt und wer in der glücklichen Lage war, ein Gästezimmer zu besitzen, funktionierte es zum Arbeitszimmer um. Remote Work, Homeoffice und Zoom-Meetings wurden zur neuen Normalität. Nun stellt Facebook sicher, dass sein Portal TV-Gerät eine Vielzahl von virtuellen Meeting-Tools unterstützen kann, um etwas Abwechslung an deinem Arbeitsort zu schaffen .

Facebook hat mitgeteilt, dass Zoom und GoToMeeting zu Portal TV hinzugefügt wurden, damit Nutzer*innen Meetings von Ihrem Fernseher aus übertragen können, anstatt sich an Ihren Laptop gekettet zu fühlen.

Quelle: Facebook

Für diejenigen, die Faceook Portal TV noch nicht kennen: Das Gerät verfügt über kein eigenes Display, sondern besteht aus einer Kamera-Mikrofon-Einheit, die mit dem Fernseher verbunden wird. Der Fernseher übernimmt dann die Funktion des Displays und der Soundwiedergabe. Es beinhaltet einfach zu bedienende und installierende Video-Chat-Lösungen. Happy Meeting!

QR Codes für Facebook Pay

Seit Beginn der Coronapandemie haben sich mehr und mehr Bereiche unseres Lebens ins Digitale verlagert. Nicht nur Arbeit und Freizeit finden für die meisten überwiegend online statt, auch die Art wie wir Bezahlen hat einen Wandel vollzogen. In den USA testet Facebook nun mit einer kleinen Nutzergruppe eine Bezahlfunktion auf der Basis von QR-Codes.

Damit sollen Nutzer*innen von Facebook Pay ganz einfach Geld überweisen oder anfordern können. Die QR-Code-Funktion, die der von Venmo und anderen ähnelt, ermöglicht einem Benutzer, den Code einer anderen Person mit der Kamera des Smartphones zu scannen, um Geld zu senden oder anzufordern. Zudem stellt die Funktion teilbare Zahlungslinks zur Verfügung, die hilfreich sind, wenn das direkte Scannen etwa aus rein tatsächlichen Gründen nicht möglich ist.

Doch um Facebook Pay zu einer gern genutzten Bezahlmethode zu machen, muss die Plattform zunächst an der eigenen Vertrauenswürdigkeit arbeiten. Erst vor einigen Tagen machte Facebook Schlagzeilen mit einem massiven Datenleck, das das Vertrauen vieler User*innen erschüttert haben dürfte. Wir bleiben gespannt.

Pinterest launcht einen Creator-Codex

Pinterest versteht sich selbst als "The last positive corner of the internet". Nun führt die Plattform einen Codex für Creators ein, der genau diese Definition bestärken soll. Der Codex wird in den nächsten Wochen eingeführt - Creator*innen müssen ihm dann vor dem Posten zustimmen.

Quelle: Pinterest

Die Idee für den Creator-Codex entstand Mitte 2020 - in einem Jahr, das von einer globalen Pandemie, turbulenten politischen Geschehnissen auf der ganzen Welt und einer entscheidenden Bürgerrechtsbewegung in den USA geprägt war. Während andere Online-Medien im Zusammenhang mit diesen Ereignissen negativ durch medizinische Fehlinformationen, politische Fehden und Call-out-Culture auffielen, traf Pinterest weitere Maßnahmen, um die Plattform sicher und inspirierend zu halten.

Pinterest:

"Kreativ zu sein ist schwierig, wenn man von negativen Dingen und ständigen Vergleichen umgeben ist. Auf Pinterest sieht das anders aus. Wir stehen für einen freundlichen Umgang und setzen dein Wohlbefinden als Creator an erste Stelle. Erfahre, wie es ist, Inhalte mit einer freundlicheren Community zu teilen."

Die Regeln des Creator-Codex

Der Creator-Codex ist eine verpflichtende Richtlinie und ein fester Teil der Plattform. Er soll aufklären und eine Community schaffen, die inklusive und empathische Inhalte erstellt. Für Content-Creator soll er proaktiv sein und sie bestärken, statt reaktiv und maßregelnd zu wirken. Creator*innen mit Zugang zu Story Pins müssen dem Codex während des Publishing-Prozesses zustimmen und ihn unterschreiben. Dadurch erkennen sie ihre Verantwortung an, dass Pinterest weiterhin ein sicherer und positiver Ort bleibt. Der Codex enthält feste Regeln, an die sich Content-Creator*innen halten müssen. Dazu gehören folgende:

  • Sei freundlich: Achte darauf, dass dein Content andere nicht beleidigt oder niedermacht.
  • Überprüfe Fakten: Stelle sicher, dass Informationen genau sind und den Fakten entsprechen.
  • Achte auf Trigger: Sei umsichtig, wenn es um visuell sensible Inhalte geht.
  • Sei inklusiv: Schließe niemals absichtlich bestimmte Gruppen oder Communities aus.
  • Schade anderen nicht: Achte darauf, dass all deine Handlungsaufforderungen oder Challenges für andere sicher sind.

Grundsätzlich packt Pinterest hier sicher eines der ganz großen Themen innerhalb der Sozialen Netzwerke an. Ob ein solcher Creator-Codex allerdings ausreicht, ist fraglich. Wer Hate-Culture bekämpfen möchte, kommt auf kurz oder lang nicht um den massiven Eingriff in den Content der User*innen herum. Darin liegt das große Dilemma für Twitter, Instagram und Co.

Pinterest kann sich diesen Schritt vor allem leisten, weil das Netzwerk ohnehin eher auf Inspiration, statt auf Diskussion ausgelegt ist. Schritte in Richtung eines respektvollen digitalen Umgangs zu gehen, ist aber zweifelsfrei richtig und sehr wichtig.

TikTok veröffentlicht dynamische Musik-Kreativ-Effekte

TikTok ist nichts ohne seine Musik, und jetzt veröffentlicht die Plattform sechs neue Musikeffekte, die Interaktivität, Visualisierungen, Animationen und mehr bieten. Der erste Effekt, der in der App startet, ist Music Visualizer, der Echtzeit-Beat-Tracking betreibt, um eine Retro-Greenscreen-Landschaft zu animieren. Zu den weiteren Effekten gehören Music Machine, das ein interaktives Set von Werkzeugen bietet, mit denen der User das Echtzeit-Rendering von MIDI-Loops für verschiedene Musikebenen steuern kann, sowie Text, Solid und Mirror Beats. Delayed Beats erzeugt den Freeze-Frame-Effekt und passt die Übergänge an den Takt der Musik an.

Der neue Music Effekt von Tik Tok namens Music Visualizer. 12 verschiedene Videos mit verschiedenen Personen die den Effekt ausprobieren.
Quelle: Tik Tok

Twitch erweitert Richtlinien gegen Hass und Missbrauch außerhalb der Plattform

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Quelle: Unsplah / Foto: Caspar Camille Rubin

Der Streaming-Dienst Twitch arbeitet weiter daran, hasserfülltes Verhalten und Belästigung einzudämmen und erstellt Richtlinien, um gegen schwerwiegendes Fehlverhalten außerhalb der Plattform Maßnahmen zu ergreifen.

Im Januar veröffentlichte Twitch bereits ein aktualisiertes Richtlinienpaket, um Belästigung und Missbrauch ernster zu nehmen, und gab zu, dass Frauen, People of Color und die LGBTQ+-Community von einer "unverhältnismäßigen" Menge dieses Verhaltens auf der Plattform betroffen waren.

Die Richtlinien von Twitch umfassen nun auch schwerwiegende Verstöße, die ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko für die Twitch-Community darstellen könnten, selbst wenn sie völlig außerhalb des Streaming-Dienstes geschehen. Zu diesen Bedrohungen gehören gewalttätiger Extremismus, Terrorismus, Androhung von Massengewalt, sexuelle Übergriffe, sexuelle Ausbeutung von Kindern und Handlungen, die die körperliche Unversehrtheit der Twitch-Community unmittelbar und eindeutig bedrohen, wie zum Beispiel die Androhung von Gewalt auf einem Twitch-Event.

Das bedeutet, dass in einigen schwerwiegenden Fällen, für die es nachprüfbare Beweise gibt, gegen Benutzer*innen wegen hasserfüllten Verhaltens oder Belästigungen vorgegangen werden kann, die sich auch außerhalb von Twitch stattfinden. Dazu gehören Verhaltensweisen auf sozialen Medien, anderen Online-Diensten oder sogar offline, wenn sie sich gegen Mitglieder der Twitch-Community richten. Ein wichtiger Schritt, um soziale Netzwerke zu erschaffen, die für alle sicher, inklusiv, vielfältig und positiv sind. Finden wir super!

Facebook spendiert dem Weltgesundheitstag Sticker

Der Weltgesundheitstag, der am 7. April gefeiert wurde, hatte in diesem Jahr eine noch größere Bedeutung, da die COVID-19-Pandemie immer noch mitten unter uns ist. Um das Bewusstsein und die Unterstützung für den Coronavirus-Impfstoff zu erhöhen, hat sich Facebook mit der Weltgesundheitsorganisation und UNICEF zusammengetan. Instagram veröffentlichte seinen "I Got Vaccinated"-Sticker, der, wenn er geteilt wird, zum COVID-19-Informationszentrum verlinkt, das anderen hilft, mehr über den Impfstoff zu erfahren. Die 'Vaccines for All'-Sticker, die in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation entstanden sind, sind eine niedliche Ergänzung auf WhatsApp, die feierliche Illustrationen rund um die Impfung zeigen. Du kannst auch jeden wissen lassen, dass du geimpft wurdest, indem du den Profilbildrahmen auf Facebook verwendest, der in Zusammenarbeit mit UNICEF entwickelt wurde.

Quelle: Facebook

Gut zu wissen

Deutsche Facebook-Alternative Rexxnetz geht online und setzt auf mehr Datenschutz. Twitter veröffentlicht neuen "Global Impact"-Bericht, um seine sozialen Engagements hervorzuheben. Nutzer*innen können auf Clubhouse ausgewählten Creator*innen Geld senden, um sie zu unterstützen. Facebook führt Dynamic Ads für Streaming-Marken ein.

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