2022 TRENDS: PRIME TIME PLATFORMS

Special reports

Anfang dieses Monats haben wir unseren jährlichen Trendbericht “Think Forward 2022: Brave New Worlds” veröffentlicht. Darin werden die fünf wichtigsten Trends vorgestellt, die unserer Meinung nach die sozialen Medien in den nächsten 12 Monaten prägen werden. Dieser Beitrag befasst sich mit dem dritten Trend, der in diesem Bericht behandelt wird: Prime Time Platforms. Weitere Informationen findest du im vollständigen Think Forward-Bericht hier.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass soziale und digitale Medien für den Tod des traditionellen Medienverhaltens verantwortlich gemacht wurden. Streaming auf Abruf würde den Weg für eine Welt ohne synchronisiertes Fernsehen ebnen, während soziale Medien die Kommentierung wichtiger Medienmomente demokratisieren und dem kulturellen Gatekeeping ein Ende setzen würden.

Aber diese alten Medientropen sind nicht überflüssig geworden: Sie wurden nur neu erfunden (und in einigen Fällen umfunktioniert). Das überaus erfolgreiche Event-Programm von Fortnite ist ein Beweis dafür, dass Broadcast-Entertainment so attraktiv wie eh und je ist, während Live-Events auf TikTok und Twitch weiterhin Millionen von Zuschauer*innen anziehen.

In der Zwischenzeit ziehen die Menschen Social Entertainment anderen Formaten immer mehr vor: Eine von TikTok in Auftrag gegebene Studie besagt, dass 35% der Nutzer*innen angeben, seit dem Herunterladen der App weniger Fernsehen und Streaming-Dienste zu schauen. Infolgedessen entstehen allmählich Formate, die speziell für soziale Netzwerke entwickelt wurden.

Mehr denn je ist die soziale Plattform der erste Bildschirm, auf dem eine ganz neue Art des Medienkonsums stattfindet, der sich an der sozialen Plattform orientiert. Es geht aber nicht nur um Social-First-Formate, sondern auch darum, wie Social die traditionellen Medien beeinflusst. Soziale Kommentare sind seit langem wichtig: So wurde der Begriff “Second Screening” geboren. Aber die Kommentator*innen – und die Plattformen, auf denen sie sich befinden – haben mehr Einfluss denn je.

Lama’scarade ist eine IGTV-Miniserie von Netflix Frankreich, die in Zusammenarbeit mit seinen Instagram-Follower*innen entstanden ist.

Die Verhaltensänderung

Bedeutende Entertainment-Momente finden im Feed statt.
Von der Live-Performance von The Weeknd auf TikTok bis hin zu Elon Musks raumgreifendem Clubhouse-Event – in den Bereichen, durch die wir täglich scrollen, finden unübersehbare, hochkarätige Ereignisse statt.

Social Commentary steht im Mittelpunkt.
Im Juli 2021 streikten schwarze Creator*innen auf TikTok und weigerten sich, einen Tanz zu “Thot Shit” von Megan Thee Stallion zu erstellen. Der Streik – der als Reaktion auf die Zensur schwarzer Kreativer ausgerufen wurde – sollte das Bewusstsein für den Einfluss schwarzer Creator*innen auf die Kultur und den Erfolg von TikTok schärfen.

@wildnkrazykid

#blacktictok #wildnkrazykid #blacktiktokcommunity #blacktiktokstrike

♬ Who Want Smoke? – Nardo Wick

Wie können Marken sie nutzen?

1. Marken sollten mit Kommentator*innen zusammenarbeiten, um mehr Einfluss zu haben.
Love Island ist kürzlich in die Kritik geraten, weil es nicht eng genug mit seinen Kommentator*innen auf Black British Twitter zusammenarbeitet. Die Show spielt zunehmend die zweite Geige gegenüber den Twitter-Kommentaren – während die Einschaltquoten der Show weiter sinken, steigt das Twitter-Engagement rasant an –, aber sie gibt ihren wichtigsten Verstärkern keine Plattform, und das schadet der Marke.

2. Marken können in Social-First-Unterhaltungsräumen auftauchen.
Auf Marbella Vice – einem der berühmtesten Multiplayer-Rollenspielserver Spaniens, der auf Grand Theft Auto V gehostet wird und von einer Reihe berühmter spanischer Fußballspieler*innen und Influencer*innen bevölkert wird – hat KFC Spanien Colonel Sanders eine Nebenrolle verschafft.

Lese mehr über Pime Time Platforms in Think Forward 2022: Brave New Worlds.

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